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Mediation: Umgang mit Konflikten (8 Regeln)

By , zak.GmbH

In einer modernen Gesellschaft, die viel Wert auf Freiheit und Selbstständigkeit legt, kommt es oft zu Konflikten. Das ist an sich kein Grund zur Beunruhigung. Konflikte können Klarheit schaffen. Sie zwingen Menschen, ihren eigenen Standpunkt, ihr eigenes Interesse zu verdeutlichen. Außerdem können Konflikte Veränderungen verhindern, aber auch Veränderungen ermöglichen. Vielleicht ist es sogar so, dass ein Fehlen von Konflikten ein Zeichen von Unfreiheit ist (in Nazi-Deutschland und der ehemaligen Sowjetunion wurden alle internen Konflikte unterdrückt). In gewisser Hinsicht sind Konflikte einer freien Gesellschaft inhärent.

Die Sozialgeschichte zeigt, dass verschiedene Länder in verschiedenem Grad mit Konflikten zu tun haben. Beispielsweise kommen in den Vereinigten Staaten mehr Arbeitskonflikte vor als in Europa, in den Niederlanden weniger als in Frankreich. In der Schweiz sind sie noch seltener. Nordwesteuropa hat im Allgemeinen weniger Arbeitskonflikte als Südeuropa.

Wenn man nach den zugrunde liegenden Ursachen solcher Unterschiede sucht, stösst man auf Zustände, wie Zentralisierung oder Dezentralisierung der Arbeitsverhältnisse. In Nordwesteuropa findet man eher Zentralisierung, wodurch bei Arbeitskonflikten mehr Menschen mit einbezogen und die Kosten dementsprechend höher sind. Da die Vereinigten Staaten ein weit gehend dezentralisiertes System von Arbeitsverhältnissen haben, kommen hier auch mehr Konflikte vor.

Bei einem Vergleich von Nordwesteuropa mit den USA fällt auf, dass man in den USA grundsätzlich von der Notwendigkeit der auf Gegensätzen beruhenden Arbeitsverhältnisse überzeugt ist. "Adversary" Arbeitsverhältnisse passen im Grunde zum amerikanischen Kapitalismus, während Nordwesteuropa eher einen "organisierten" oder "gemässigten Kapitalismus anstrebt. Der Arbeitsmarkt ist in den USA derart organisiert, dass Konflikte zum normalen Verlauf gehören. In Nordwesteuropa sind Konflikte die Ausnahme.

Diesen Ausführungen könnte man entnehmen, dass die Zahl der Konflikte durch Erhöhung der damit einhergehenden Kosten verringert wird. Als beispielsweise in den Niederlanden in den fünfziger Jahren die Lohnpolitik vollständig zentralisiert wurde, sorgte dies für die Eliminierung des Arbeitskonflikts. Diese Zentralisierung hatte eine ähnliche Wirkung wie die der Atombombe auf Konflikte zwischen Staaten: Ein Krieg zwischen den Grossmächten wurde unmöglich.

Wenn Menschen die Kosten von Konflikten vor Augen haben, werden sie versuchen, sie zu vermeiden. Das ist klar. Sie lediglich zu verdrängen, führt in eine Sackgasse. Es ist daher der Mühe wert, ständig über Konflikte nachzudenken: Wie gehen wir damit um, wie beherrschen wir sie, wie lösen wir sie usw.? Und wie vermeiden wir sie?

Regeln zur Verhinderung von Konflikten:

1. Missverständnisse vermeiden: Viele Konflikte entstehen nämlich durch Missverständnisse über die Absichten der Parteien

2. Kommunizieren: Parteien, die miteinander arbeiten, Verträge abschliessen, sollten dauernd miteinander in Verbindung bleiben;

3. Rücksprache halten: im Gespräch bleiben

4. Verständnis: versuchen, den anderen zu verstehen

5. Ehrlichkeit: nichts schadet Beziehungen so sehr wie Unehrlichkeit

6. Offenheit: Gegenseitiger Mangel an Offenheit kann zu Distanz führen

7. Meinungsverschiedenheiten objektivieren: versuchen, die gegenseitigen Interessen zu quantifizieren

8. nötigenfalls einen Dritten einschalten




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